AusMag - Australien Informations Magazin


31.10.01

ROSA KÄNGURU BESTÄTIGT

Australische Forscher haben die Existenze einer seit 70 Jahren umstrittenen Känguru-Art mit purpurrotem Gesicht und Nacken bestätigt. Das Purple-neck Rock Wallaby Petrogale pupureicollis sondert durch Hautdrüsen einen Farbstoff ab, der dem Tier die charakterisitsche Färbung verleiht, bei Regen oder durch Reibung jedoch verschwindet. Die Farbe ist bei männlichen Tieren intensiver als bei den Weibchen und verändert sich im Jahresverlauf, berichtet der Biologe Mark Eldridge von der Macquarie University in Melbourne. "Purpurrot ist eine sehr ungewöhnliche Farbe für ein Säugetier", so Eldridge. "Forscher haben lange gedacht, dass das Känguru die Farbe an Pflanzen oder Steinen aufsammelt." 

Bereits 1924 hatte der europäische Biologe Le Souf ein Känguru mit purpurfarbenen Fell am Kopf beschrieben, das er in der Nähe des Mount Isa in Australien gesehen hatte. Niemand glaubte an die Existenz des geheimnisvollen Beuteltieres, da die toten, von Le Souf präsentierten Exemplare die Färbung bereits verloren hatten. Durch Erbgutanalysen konnten Eldridge und seine Kollegen das Känguru nun jedoch eindeutig als eigene Art identifizieren und die Legende bestätigen. Weitere Untersuchungen sollen die Gründe für die ungewöhnliche Fellfarbe aufdecken.

Quelle: Bild der Wissenschaft



31.08.01

MEGAFAUNA LEBTE LÄNGER

Knochenfunde im Süden Australiens werfen jetzt ein neues Licht auf die Geschichte der australischen Tierwelt. Biologen haben das rund 30.000 Jahre alte Skelett eines Beutelwolfs (Thylacinus) entdeckt. Damit wird die Theorie in Frage gestellt, nach der die großen Säugetiere Australiens, die so genannte Megafauna, vor 40.000 Jahren ein abruptes Ende fanden. Wie der australische Sender ABC berichtet, waren erst vor kurzem an der gleichen Stelle die Skelette zweier Diprotodons entdeckt worden. Diese pflanzenfressenden Beuteltiere erreichten die Größe von Flusspferden und gelten als Urahnen von Kängurus und Wombats.

Rod Wells und seine Kollegen von der Flinders University schätzen das Alter der Diprotodon-Überreste auf rund 20.000 Jahre. Daher sprechen auch diese Funde gegen die Theorie, dass die australische Megafauna binnen kürzester Zeit von den ersten menschlichen Besiedlern ausgerottet wurde.

Sowohl die Knochen des Beutelwolfs als auch die der Diprotodons liegen am Fundort in Positionen, als wären sie noch heute über ihre Gelenke miteinander verbunden. Die Fundstelle gewinnt dadurch nochmals an Bedeutung, so dass die Regierung des Bundesstaats South Australia jetzt plant, den Ort unter Schutz zu stellen.

Quelle: Morgenwelt



28.08.01

VORMARSCH AUF SECHS BEINEN

Eine Invasion südamerikanischer Feuerameisen sucht seit einigen Monaten Australien heim. Innerhalb kurzer Zeit haben die Krabbeltiere im Bundesstaat Queensland bereits ganze Landstriche besetzt, berichtet die australische Tageszeitung "Sydney Morning Herald". Australien stehe vor einer ökologischen Katastrophe, da die aggressiven Insekten viele einheimischen Tierarten angreifen und vernichten, warnen Experten.

Sogar kleine Räuber wie Eidechsen, die normalerweise Ameisen fressen, fallen den südamerikanischen Eindringlingen zum Opfer, beobachteten die Forscher um Ric Nattrass vom Naturforschungsprogramm der Regierung von Queensland. Die Invasoren haben die Zahl der einheimischen Ameisenvölker bereits auf ein Viertel verringert. "Sie gehen durch verseuchte Gebiete und das Einzige, was Sie sehen, sind Feuerameisen-Hügel", beschreibt Nattrass die Situation. "Es ist erschreckend, sich die Konsequenzen vorzustellen."

Auch Menschen leiden unter der Invasion: In Gegenden, die von den Ameisen befallen sind, können sich viele aus Angst vor schmerzhaften Stichen kaum noch im Garten aufhalten oder die Kinder sorglos draußen spielen lassen. Der Stich der Feuerameise ähnelt einem Bienen- oder Wespenstich und kann Beschwerden wie Ausschläge, Brustschmerzen, Übelkeit, starkes Schwitzen, Atemnot und Schwäche oder Ohnmacht auslösen.

Vermutlich kamen die Feuerameisen mit einem Frachtschiff nach Australien. Seit die Tiere im Februar dieses Jahres in Brisbane entdeckt wurden, haben Forscher sie bereits an 733 verschiedenen Stellen registriert. Experten befürchten, dass sie sich über den gesamten Südosten Australien ausbreiten könnten, wenn sie nicht rechtzeitig ausgerottet werden. Im nächsten Monat startet die australische Regierung ein großangelegtes Bekämpfungsprogramm.

Quelle: Bild der Wissenschaft



27.08.01

LECKER ODER ZÄH?

Ob Rindfleisch butterzart oder zäh wie Leder ist, steht zum Bedauern der Bauern erst nach der Schlachtung fest. Jetzt haben Forscher in Australien zwei Vorhersagemethoden entwickelt, die bereits am lebenden Rind Auskunft über die zu erwartende Fleischqualität geben sollen. Mit dem einen Test können Farmer überprüfen, ob ein Tier eine bestimmte Ausprägung eines Gens besitzt, die für zarte Steaks bürgt. Die Züchter, so die Empfehlung der Wissenschaftler vom ãCooperative Research Centre for Cattle and Beef QualityÒ, sollten bevorzugt diejenigen Rinder auswählen, die über das Zartes-Steak-Gen verfügen. Bei einem weiteren Test wird untersucht, wie schnell sich Jungrinder bewegen. Dazu werden die Kälber im Alter von sechs bis sieben Monaten auf eine zwei Meter lange Messstrecke geschickt. Tiere, die den Weg schnell zurücklegen, haben nach Ansicht der Forscher eher zähes Fleisch; Rinder, die gemütlich bummeln, liefern später Gaumenfreuden.

Quelle: Der Spiegel



27.08.01

FÜCHSE IN TASMANIEN

Eingeschleppte Füchse bedrohen die einheimische Tierwelt auf der australischen Insel Tasmanien. Wie jetzt erstmals von Experten unabhängig voneinander bestätigt wurde, leben wahrscheinlich schon mehrere Füchse auf der dem australischen Kontinent im Süden vorgelagerte Insel. Auf Photos aus dem Norden Tasmaniens sei ein Rotfuchs zu erkennen. Ein Tier sei bereits getötet worden.

Wildhüter befürchten schon seit längerem, dass sich Füchse auch auf Tasmanien ansiedeln könnten. Auf dem australischen Festland haben die Raubtiere seit ihrem erstmaligen Auftreten Mitte des 19. Jahrhunderts bereits großen Schaden angerichtet. Dort sind sie für das Aussterben zahlreicher Säugetierarten verantwortlich.

Bereits vor zwei Jahren sorgte erstmals ein Fuchs in Tasmanien für Aufsehen. Mehrere Personen hatten beobachtet, wie das Tier von einem Containerschiff in der tasmanischen Hafenstadt Burnie sprang und in den Wäldern verschwand. Seitdem war der blinde Passagier zwar nicht mehr gesichtet worden. Offenbar war er jedoch nicht allein und ließ die Zeit nicht ungenutzt verstreichen. Um die Tierwelt Tasmaniens vor den Füchsen zu schützen, wollen Naturschützer die Eindringlinge nun mit Ködern anlocken und einfangen.

Quelle: Morgenwelt



18.07.01

WALLABIES IM TRAININGSLAGER

Mit Hilfe ausgestopfter Füchse wollen australische Wissenschaftler kleinen Kängurus das Fürchten lehren. In Gefangenschaft aufgewachsenen Tieren soll so der natürliche Respekt vor Todfeinden beigebracht werden. Dabei geht es vor allem um das so genannte Wallaby, ein nur hüfthohes Känguru, das vom Aussterben bedroht ist. Für Füchse, die erst Anfang des 19. Jahrhunderts nach Australien importiert wurden, sind Wallbies eine besonders beliebte Beute.

Heute werden die seltenen Wallabies in Tierparks wieder nachgezüchtet, um sie in freier Wildbahn neu ansiedeln zu können. Doch wie bringt man den Beuteltieren bei, ihre Feinde zu erkennen? Die Wissenschaftler konfrontierten die Kängurus mit ausgestopften Füchsen und jagten sie dann mit Fangnetzen durch das Gehege. Mit Erfolg: Nach einiger Zeit reagierten die Kängurus schon, wenn sie nur die Fuchsattrappe erblickten. Allerdings waren die Wallabies durch ausgestopfte Ziegen nicht zu beeindrucken, selbst wenn sie bei deren Erscheinen gejagt wurden - ein Indiz, dass die Tiere offenbar eine intuitive Vorstellung von Raubtieren haben.

Ob der Selbstverteidigungskurs für die Wallabies in der freien Natur wirklich helfen wird, wissen die Forscher noch nicht. Sollte die Methode jedoch erfolgreich sein, wollen die Wissenschaftler das Angstraining auch auf andere gefährdete Tierarten ausweiten, die den Respekt vor ihren natürlichen Feinden verloren haben.

Quelle: Morgenwelt



03.07.01

SCHWINDLER IM ANFLUG

Regelmaessig koennen Biologen die Entdeckung einer neuen Tierart vermelden. Nur selten kommt es dagegen vor, dass gleich eine ganze Tierfamilie ausfindig gemacht wird. Einen solchen Erfolg kann jetzt ein Team australischer, neuseelaendischer und kanadischer Biologen vermelden. Die Forscher sind auf Neuseeland auf eine neue Wespen-Familie gestossen.

Nach der biologischen Systematik steht die Familie (Familia) ueber der Gattung (Genus) und diese wiederum ueber der Art (Species). "Obwohl jedes Jahr Hunderte neuer Insektenarten identifiziert werden, ist die Entdeckung einer neuen Familie sehr selten", beschreibt Prof. Andy Austin, Biologe an der australischen Adelaide University, die Bedeutung des Fundes. "In der Region von Suedasien bis Australien wurden in den letzten dreissig Jahren ueberhaupt nur fuenf oder sechs neue Tierfamilien entdeckt - und das ist noch viel im Vergleich zum Rest der Welt."

Die neue Wespenfamilie ist auf den ersten Blick eine alte Bekannte: Erste Exemplare wurden bereits in den spaeten 70er Jahren gefangen. Die nur 1,5 Millimeter kleinen Insekten konnten aber bis jetzt nicht richtig eingeordnet werden. Die bizarren Tierchen scheinen aus zwei sich fremden Wespengruppen zusammengesetzt, denn Vorder- und Hinterteil wollen nicht zueinander passen. Manche der Wespen besitzen zudem nur extrem kurze Fluegel, die zum Fliegen kaum geeignet sind. Auf den kleinen windigen Inseln, die vor Neuseelands Kueste liegen, sinkt damit ihr Risiko, auf den offenen Ozean geblasen zu werden.

Weil die Wespenfamilie so lange Zeit fuer Verwirrung unter den Biologen sorgte, hat sie den Namen "Maamingidae" bekommen - in der Sprache der Maori der Begriff fuer Schwindler und Betrueger. Ueber die so Gescholtenen wissen die Forscher bisher nur wenig: Zu sehen ist die Wespe hin und wieder im Sommer oder Herbst - dann bevorzugt im Umfeld von Laubhaufen. Moeglicherweise erbeutet sie dort kleine Fliegen, die zwischen den Blaettern ihre Eier ablegen.

DNA-Analysen, die noch im Laufe des Jahres veroeffentlicht werden, sollen eine enge Verwandtschaft mit fruehen Wespen des Urkontinents Gondwana ergeben haben. Die Insekten koennten auf Neuseeland isoliert worden sein, als der Urkontinent auseinander brach, spekulieren die Forscher. Moeglicherweise sind die Maamingidae-Wespen sehr enge Nachfahren der ersten Insekten ueberhaupt.

Quelle: Morgenwelt,



08.06.01

IMPFEN GEGEN TREIHAUSGASE

Auf ungewoehnliche Weise will Australien den Methanausstoss seiner Viehbestaende senken. Im Rahmen einer grossangelegten Impfkampagne soll die Zahl methanproduzierender Mikroben im Verdauungstrakt der Tiere reduziert werden. Wie die nationale Forschungsorganisation CSIRO meldet, haben australische Farmer bereits ueber 600.000 Schafe und 400.000 Rinder fuer das Impfprogramm angemeldet.

Methan ist ein rund zwanzig Mal staerkeres Treibhausgas als Kohlendioxid. Ein grosser Teil des Gases gelangt aus Rindern und Schafen in die Atmosphaere. Produziert wird es von Mikroben, die im Pansen der Tiere leben. "Schafe und Rinder sind fuer rund 14 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen Australiens verantwortlich, gemessen in Kohlendioxid-Äquivalenten", erlaeutert CSIRO-Mitarbeiter Rob Kelly.

Angesichts der globalen Erwaermung arbeiten australische Forscher daher schon seit Jahren an Methoden, diese Methanemissionen zu reduzieren. Wie die Forschungsorganisation berichtet, erbrachten Versuche mit einem Impfstoff jetzt ermutigende Ergebnisse.

"Basierend auf unseren bisherigen Versuchen mit Schafen erwarten wir, dass der kommerzielle Impfstoff die Methanemissionen der Tiere um etwa 20 Prozent senken wird", so Kelly. Dies entspraeche einer Einsparung von 300.000 Tonnen Kohlendioxid.

"Wir glauben auch, dass die Produktivitaet der Tiere leicht zunehmen wird. Bei Schafen koennte sogar die Wollproduktion steigen, da Methan ein Abfallprodukt der Nahrungsverwertung ist. Eine Minderung der Methanproduktion laesst daher mehr Naehrstoffe fuer das Tier uebrig", hofft Kelly.

Solche Hoffnungen scheinen auch die australischen Farmer zu hegen. "Der Ruecklauf, den wir in den letzten Wochen erhalten haben, ist fantastisch", freut sich Kelly. Bis zum Start des Programms seien jedoch noch mehr Anmeldungen notwendig. "Unser Ziel sind eine Million Rinder und zwei Millionen Schafe, die in den Jahren 2005 bis 2012 einmal jaehrlich geimpft werden."

Quelle: Morgenwelt, CSIRO



25.05.01

GRÖßERE BRÜSTE OHNE SILIKON

Australische Forscher wollen Brustimplantate aus Silikon überflüssig machen. Künftig sollen sich Brüste wie von selbst vergrößern - aus körpereigenem Gewebe. Den Wissenschaftlern ist es mit ihrem Verfahren nach eigenen Angaben bereits gelungen, Brust- und Fettgewebe in Ratten, Mäusen und Kaninchen zu züchten. Wenn sich die Technik auch beim Menschen bewährt, könnte sie nicht nur zur Brustvergrößerung, sondern auch nach Brustkrebsoperationen eingesetzt werden, hofft der Gewebespezialist Kevin Cronin vom Bernard O'Brien Institute of Microsurgery in Melbourne.

Bei der von ihm und seinen Kollegen entwickelten Methode bildet sich das neue Gewebe direkt im Körper, berichtet das Fachmagazin "New Scientist". Dazu wird eine Kammer implantiert, in die eine gerüstartige Struktur eingebaut ist. In einem Prozess, den Cronin mit der Wundheilung vergleicht, wandern umliegende Zellen in den Hohlraum und bilden einen Gewebeklumpen. Das stabilisierende Gerüst löst sich mit der Zeit auf.

Die Kunst dabei sei es, in der Kammer neue Blutgefäße zu schaffen, die das wachsende Gewebe am Leben erhalten, erklärt Cronin. Nähere Details will der Forscher jedoch erst preisgeben, wenn er sich ein Patent für das Verfahren gesichert hat. Immunreaktionen würden kein Problem darstellen, allerdings kam es bei den operierten Mäusen gelegentlich zu Infektionen in der Umgebung der eingesetzten Kammern.

Andere Experten zeigten sich skeptisch. Es könnte äußerst schwer werden, das neue Gewebe kontinuierlich mit Blut zu versorgen, meint Dai Davis, ein plastischer Chirurg vom Stanford Hospital in London. Zudem wies er auf mögliche Krebsrisiken hin: "Wenn man Zellen einer Frau verwendet, die zuvor Brustkrebs hatte, woher soll man dann wissen, ob das neue Gewebe nicht auch Geschwüre bildet?"

Bis das Verfahren am Menschen eingesetzt werden kann, werden vermutlich noch Jahre vergehen. Schließlich ist noch unsicher, wie eine auf diese Weise geschaffene Brust am Ende aussehen würde, räumt Cronin ein. Bislang haben er und seine Kollegen noch nicht herausgefunden, wie Größe und Form des neugewachsenen Gewebes kontrolliert werden können.

Quelle: Spiegel Online



07.05.01

KÄNGURUH IN TRÜFFELNOT

Seine Vorliebe fuer Trueffel droht einem Zwergkaenguruh im Norden Australiens zum Verhaengnis zu werden. Das so genannte Buerstenratten- kaenguruh (Bettongia penicillata ogilbyi) steht vor dem Aussterben, weil es nicht mehr genuegend Trueffel in den letzten Regenwaeldern Australiens findet. Nach Aussage australischer Biologen machen die knolligen Pilze zwischen 30 und 70 Prozent der Kaenguruh-Nahrung aus.

Das Trueffel-liebende Buerstenrattenkaenguruh ist ein braunes untersetztes Tier von 30 bis 40 Zentimeter Laenge. Es lebt als nachtaktiver Einzelgaenger in den Regenwald-Reservaten im nord- australischen Queensland. Das Tier war einst in ganz Australien verbreitet. Der Rueckgang der Regenwaelder schraenkte seinen Lebensraum jedoch stark ein.

"Buerstenrattenkaenguruhs sind sehr waehlerisch, was ihren Lebensraum und ihre Ernaehrung angeht", sagte Dean Wells, Umweltminister von Queensland, gegenueber der BBC. "Die Forschung hat uns gezeigt, dass der Trueffel die Schluesselrolle bei der Verbreitung und Gesundheit des Tieres spielt."

Der Minister will das Kaenguruh retten, weil es ein wichtiger Helfer fuer die Ausbreitung der Trueffelpilze ist. Trueffel vermehrt sich ueber unverdauliche Sporen, die die Tiere durch ihre Ausscheidungen im ganzen Wald verteilen. Damit foerdern sie die Gesundheit des Regenwaldes: Trueffel unterstuetzen naemlich die Baeume bei der Aufnahme von Naehrstoffen und Wasser. Die Baeume wiederum produzieren Zuckerstoffe, die der Trueffel zum Wachstum benoetigt. Um den Kreislauf zu erhalten, soll jetzt ein spezielles Aufzuchtprogramm den Kaenguruh-Bestand erhoehen helfen.

Quelle: Morgenwelt



09.04.01

FISCHEN UM ANERKENNUNG

Der Geltungsdrang moderner Sportangler kommt offenbar nicht von ungefähr: Auch bei Männern eines australischen Inselvolks füllt die Beute selten den Kochtopf, bringt dafür aber umso mehr Ansehen bei den Frauen. Die Männer der Meriam, eines vor der Nordostküste Australiens lebenden Inselvolkes, verbringen ihre Zeit hauptsächlich mit der Schildkrötenjagd und dem Speerfischen - obwohl diese Methoden der Nahrungssuche kaum geeignet sind, den Magen zu füllen. Die scheinbar unökonomische Vorgehensweise erklären Anthropologen mit einem Antrieb, der sich auch bei modernen Sportfischern findet: dem Buhlen um Anerkennung.

Es mache keinen Sinn, das Verhalten der männlichen Jäger mit dem Nahrungserwerb zu erklären, berichtet das Team um Rebecca Bliege Bird von der University of Utah in der Fachzeitschrift "Behavioral Ecology and Sociobiology". So bringe das Sammeln von Schalentieren - bei den Meriam Frauensache - viel bessere Erträge. Dennoch widmen sich die meisten Männer beinahe ausschließlich dem Fischen mit dem Speer.

Die Forscher glauben, dass die Männer mit den riskanten Jagdgängen potenziellen Partnerinnen und Konkurrenten ihre Kühnheit demonstrieren wollen. Um möglichst viel Aufsehen zu erregen, schleppen die Speerfischer ihre Beute nicht wie die Frauen in Eimern nach Hause, sondern tragen die Fische für alle gut sichtbar in ihren Händen.

Auch die Schildkrötenjagd, die von den Meriam vor großen Festen veranstaltet wird, ist wenig effektiv. Einer der Männer kümmert sich dabei als Jagdleiter um die Boote und bestimmt die Strategie. Für seine Mühen bekommt er kein Geld, und auch von der Beute behält er meist nichts für sich. Dafür erntet er die größte Anerkennung, wenn die Jagd erfolgreich war - oder den Spott, wenn die Männer mit leeren Händen zurückkehren.

"Die Schildkrötenjagd ist eher mit einer politischen Strategie zu vergleichen", erklärt Bliege Bird. So hätten die älteren Meriam berichtet, dass man noch vor 20 oder 30 Jahren ein guter Jäger hätte sein müssen, um eine angesehene Frau heiraten zu können.

Quelle: Spiegel Online, Nature Science Update



02.04.01

Der Teufel geht auf die Jagd - Das Leben des Aboriginals Ernie Holden

Seine Geschichte ist an der australischen Ostküste unter Aboriginals bereits zur Legende geworden: Die Geschichte eines Mannes, der mit dem Teufel gekämpft und ihn besiegt hatte. In seinem literarischen Debüt "Der Teufel geht auf die Jagd" beschreibt der Journalist und Theologe Tove Simpfendörfer das Leben des Aboriginals Ernie Holden", dem er während eines einjährigen Studienaufenthaltes in der Nähe Cooktowns im Bundesstaat Queensland begegnete. Simpfendörfer, seit frühester Kindheit von Australien fasziniert, reiste insgesamt sechsmal auf den fünften Kontinent. [Buchtip]

Gut erinnert er sich an die Gespräche mit Ernie Holden: "Im Schatten einer Holzkirche hocken wir auf zwei wackeligen Stühlen, zwischen uns ein Tisch und das Diktiergerät, das mein Gegenüber kein bisschen stört. Aus dem 35-jährigen Aboriginal flutet es ohne Vorgeplänkel heraus." Hinweggerissen lauscht Simpfendörfer der rauen, ungemein kraftvollen Sprache. Aus Ernies Erzählung entstand eine Biographie, Anfang März im Peter Hammer Verlag, Wuppertal, erschienen.

Der Aboriginal Ernie Holden ist stark, charismatisch, versoffen, aber auch begabt mit einem feinen Gespür für das Echte, für ein Leben fern von Fremdbestimmung. In einem ungeheuren Kraftakt windet er sich aus dem Griff des Teufels, der Trunksucht, und nimmt zaghaft die Suche nach einer anderen Existenz auf. Zugegeben, da wird viel gesoffen und gehauen in Ernies "Gang", und Holden gehört zu den Wildesten. Doch das ist nicht alles. Hinter Ernie Grobschlächtigkeit blitzt immer wieder die Sehnsucht nach der "Traumzeit" auf, in der die Bewohner des Kontinents noch eins waren mit ihrem Land.

Szene für Szene baut sich eine Lebensgeschichte auf, die sich von westlichen Biographien wesentlich unterscheidet. Nur ein Beispiel: Egoismus als bestimmendes Merkmal der europäischen Kultur ist den Aboriginals fremd. Der Einzelne versteht sich immer als Teil des Clans, in ihm ist er geborgen und aufgehoben. Was einer besitzt, das besitzt die Familie. Umgekehrt gilt auch: Was der Familie gehört, gehört dem Einzelnen. Deswegen fällt es einer Mutter schwer, den Sohn in die Schranken zu weisen, wenn der ihr hart verdientes Geld für Alkohol verschleudert. Kein Wunder, dass Missverständnisse die gemeinsame Geschichte von Europäern und Aboriginals bestimmen.

Eine Leseprobe (S. 21f): "Ich trat vor und schlug den bulligen Viehtreiber. Zum Ausgleich verdroschen die beiden anderen Viehhirten Toby. Violet riss Nancy an den Haaren. Die beiden Ladys wälzten sich auf dem Boden. Auch Dick kippte, aus dem Gleichgewicht gebracht, um. Hans fiel aus. Er saß auf dem Hocker und klammerte sich an die Bar. Nicht nur, dass er nicht mehr reden konnte. Hans konnte auch nicht mehr kämpfen. Er becherte weiter seiner Form hinterher. Das war keine große Schlägerei, weißt du. Mehr eine Auseinandersetzung unter Freunden. Spaß gehört bei einer Feier dazu. Eine prächtige Doppelverlobung. Ganz stilvoll."

"Der Teufel geht auf die Jagd ? Das Leben des Aboriginals Ernie Holden", 170 Seiten, broschiert, 25 DM, Peter Hammer Verlag Wuppertal , weitere Infos beim Autor unter E-Mail: simpfendoerfer@fh-weingarten.de



02.04.01

FLIEGENDE KRAFTWERKE

Windkraftwerke kommen auch ohne Bodenhaftung aus. Davon ist ein australischer Wissenschaftler ueberzeugt, der Windstrom im Flug ernten will. Seine fliegende Turbine trägt den Namen "Gyromill". Rein aeusserlich wirkt der Prototyp wie die Kreuzung zwischen einem Segelflugzeug und einem Hubschrauber.

Zwei nach oben gerichtete Propeller befoerdern den Flieger zuerst in luftige Hoehen, in denen er ohne Antrieb gleiten kann. Ist diese Luftschicht erreicht, schalten die Rotoren auf Stromgewinnung um. Die Elektrizitaet wird ueber ein Kabel zur Bodenstation abgefuehrt. Ueber dieses Kabel kann der Flieger auch wie ein Lenkdrachen zurueckgeholt werden.

Nach Angaben des Forscher stecken bereits zwanzig Jahre Entwicklungs- arbeit in dem Projekt. Der Wissenschaftler will jetzt im suedlichen Australien die erste Pilot-Anlage errichten. Die Gyromill-Flieger sollen von dort rund 4,5 Kilometer hoch in den so genannten Jet-stream aufsteigen. Dabei handelt es sich um einen Strahlstrom in der Erdatmosphaere, in dem eine Windgeschwindigkeit bis zu 400 Kilometer pro Stunde herrscht.

Quelle: Morgenwelt, Forschung: Bryan Roberts, University of Western Sydney



30.03.01

URALTE URAHNEN

Die Urahnen der heutigen australischen Aborigines lebten offenbar vor mehr als doppelt so langer Zeit wie bisher angenommen in Ost-Timor. Wissenschaftler der Australian National University (ANU) in Canberrra entdeckten in Ost-Timor eine Höhle mit Überresten, die von menschlicher Existenz zeugen und 30.000 bis 35.000 Jahre alt sind.

Am Ost-Ende der Insel, das der australischen Nordspitze gegenüberliegt, führten Susan O'Connor und Matthew Spriggs eine Grabung durch. In der Höhle von Lene Hara fanden sie Nahrungsüberreste von Meerestieren sowie Steinwerkzeuge. Sie analysierten die Funde mittels Radiokarbonanalyse und kamen so auf ein Alter von 30.000 bis 35.000 Jahren.

Timor gilt für die Anthropologen als das Sprungbrett des Frühmenschen nach Australien. Das Alter der timoresischen Funde ist daher aufschlussreich für die Frage, wann ungefähr die Urahnen der heutigen australischen Aborigines in Australien auftauchten. "Ursprünglich dachten wir nicht, dass die Höhle so alt sei - vielleicht 8.000 Jahre. So waren wir sehr überrascht, als die Ergebnisse der Analyse eintrafen", erläutert Spriggs. "Die Daten von Lene Hara zeigen uns, dass wir auf einer heißen Spur zu den frühesten Bewohnern von Ost-Timor sind, die auch die Vorfahren der frühesten Australier gewesen sein können. Wir können es kaum erwarten, später in diesem Jahr zur Grabungsstätte zurückzukehren und vielleicht noch frühere Spuren zu finden."

Susan O'Connor fügte hinzu: "Wir haben eine gute Vorstellung von den Technologien, die die Australier vor 50 bis 60.000 Jahren genutzt haben. Falls die timoresischen Steinwerkzeuge von der gleichen Art sind, würde dies eine Verbindung zwischen den beiden Populationen herstellen."

Quelle: Bild der Wissenschaft



14.02.01

KRÖTEN IM ANMARSCH

Darwin - Ein Vormarsch hochgiftiger Kröten bedroht den Tierbestand des weltberühmten Kakadu-Nationalparks in Australien. Die Nationalpark-Verwaltung rechnet im Frühjahr mit dem Eintreffen äußerst giftiger Agakröten, die sich aus dem Osten des Landes kommend über tausende von Kilometern auf den Nationalpark zubewegten. Mit ihrem Eintreffen werde spätestens im April gerechnet. Entlang des Weges der Kröten werde mit einem Tiersterben so großen Ausmaßes gerechnet, dass auch die Hauptnahrungsquellen zahlreicher australischer Ureinwohner bedroht seien.

"Das bevorstehende Eintreffen der Kröten ist eine Katastrophe", sagte der australische Amphibien-Spezialist Mike Tyler, Viele Tiere würden sterben. Es sei unrealistisch zu glauben, die Natur werde sich erholen und Menschen könnten mit den giftigen Kröten leben. Agakröten können tellergroß werden. Am Hinterkopf haben sie Gift-Säcke. Das Gift tötet binnen weniger Minuten. 1935 war die giftige Kröte von Südamerika nach Australien gebracht worden, wo sie in Zuckerrohrplantagen gegen eine Käfer-Plage eingesetzt werden sollte.

Besonders bedroht seien Tiere, die Kröten fressen, sagt John Woinarski, Wildschützer im Norden des Nationalparks. Zu den bedrohten Tierarten zählten Schlangen, Eidechsen, Schildkröten, Beuteltiere und sogar Krokodile. Mit dem Eintreffen der Agakröten werde der Bestand dieser Tiere zumindest zeitweilig bedroht sein und damit auch eine Hauptnahrungsquelle der Aborigines. Er rechne aber damit, dass sich binnen fünf Jahren der Tierbestand erholt haben werde. Die Tiere würden lernen, die Kröten als Nahrung zu meiden oder aber sie so zu fressen, dass sie sich nicht vergifteten.

Der Amphibienexperte Tyler teilt diese Einschätzung nicht. Die Kröten fänden in dem Nationalpark ideale Lebensbedingungen vor. Hohe Feuchtigkeit und viele Insekten, die Nahrung der Agakröte, seien ideale Bedingungen für die Kröte und machten die Katastrophe unausweichlich. Versuche, die Kröten auszurotten, hätten sich als sinnlos erwiesen. Ein Aga-Weibchen legt bis zu 35000 Eier im Jahr.

Quelle: Reuters



14.02.01

WANDELNDE BRATWURST

Sydney - Australische Forschern haben ein urtümliches Insektes wieder entdeckt, das seit 80 Jahren als ausgestorben galt. Auf einem steilen vulkanischen Felsen vor der australischen Insel Lord Howe Island machten die Wissenschaftler drei lebende Exemplare der Stabheuschrecke Dryococelus australis aus. Das flügellose Krabbeltier wird bis zu 15 Zentimeter lang und besitzt einen bräunlich-glänzenden Panzer - euphorische Insektenkundler bezeichneten es deshalb als "wandelnde Bratwurst".

Seine beeindruckende Größe verdankt das Insekt dem Umstand, dass es früher auf Lord Howe Island keine natürlichen Feinde hatte. Das änderte sich erst 1918, als mit einem Versorgungsschiff Ratten auf die Insel kamen. Um 1920 war die zuvor weit verbreitete Stabschrecke von Lord Howe Island verschwunden. Kletterer hatten aber bereits in den sechziger Jahren berichtet, sie hätten auf dem vulkanischen Felsen vor der Insel Stabschrecken gesichtet.

Obwohl die Stabschrecke die Ratten überlebt hat, ist sie vermutlich das seltenste Insekt der Welt. Die Forscher glauben, dass es möglicherweise nur noch zehn Exemplare auf der Insel gibt. Nun sollen die Tiere in eine Brutkolonie auf Lord Howe Island gebracht werden, um Nachkommen zu zeugen.

Quelle: SPIEGEL-Online, CSIRO



11.01.00

KÜNSTLICHE KILLER

Canberra - Eher zufällig haben australische Molekularbiologen ein Mäusevirus so verändert, dass es auch resistente Mäuse befallen und töten kann. Selbst effektivste Impfstoffe erweisen sich nun als wirkungslos gegen das Pockenvirus der Mäuse. Die Entdeckung hat Bedenken ausgelöst, dass biologische Kampfstoffe auf ähnliche Weise scharf gemacht werden könnten.
Ursprünglich hatten die Forscher das Immunsystem der Mäuse stimulieren wollen. Dazu brachten sie das Gen für die Substanz Interleukin-4 in das Virus ein. Das Virus integrierte dieses Gen dann in das Erbgut der Mäuse. Das Immunystem der Mäuse sollte so dazu gebracht werden, sich gegen eigene Eizellen zu richten und sie unfruchtbar zu machen. Mit diesem gentechnischen Verhütungsmittel wollten die Forscher die australischen Mäuse- und Rattenplagen eindämmen.
Als Nebeneffekt der genetischen Veränderung wurde aber auch die Immunantwort auf das Virus selbst unterdrückt. Dadurch wurde das Mäusevirus besonders ansteckend. Für Menschen ist das Pockenvirus der Mäuse ungefährlich. Wenn andere Viren auf ähnliche Weise verändert würden, könnten allerdings neue biologische Waffen entstehen. Die Wissenschaftler setzen jetzt auf die Information der Öffentlichkeit, um solch einen Missbrauch ihrer Resultate zu verhindern. Zugleich fordern sie eine Verschärfung der UN-Konvention über biologische Waffen.

Quelle: Morgenwelt, CSIRO



10.01.00

OUT OF AUSTRALIA

Canberra - In Australien gab es schon wesentlich früher als bisher angenommen die ersten Vertreter des modernen Menschen. Dies folgern australische Forscher um Alan Thorne von der Australia National University in Canberra jetzt aus Gen-Analysen eines 60.000 Jahre alten Skeletts. Dessen Überreste waren bereits Mitte der 70er Jahre am Mungo-See im Südosten des Kontinents gefunden worden. Erst jetzt wurde sein Mitochondrien-Erbgut genau analysiert. Dabei stießen die Forscher auf eine DNA-Sequenz, die in unserem heutigen Erbgut nicht mehr vorkommt.
Die Sequenz soll älter sein als die bisher Älteste in Afrika identifizierte Mitochondrien-DNA eines Homo sapiens. Damit sehen die Forscher die so genannte "Out of Africa"-These in Frage gestellt. Diesem Modell nach verließen die ersten modernen Menschen vor etwa 100.000 Jahren den afrikanischen Kontinent, um sich über die ganze Welt zu verbreiten. Andere Frühmenschen sollen durch die Auswanderer verdrängt worden sein und starben der Theorie zufolge aus, ohne genetische Spuren zu hinterlassen.
Die australische Gen-Analyse stützt dagegen eine Minderheitsmeinung unter Anthropologen, nach der es mehrere parallele Entwicklungen gegeben hat. Möglicherweise entstand der moderne Mensch gleichzeitig auf verschiedenen Kontinenten und vermischte sich später mit dem afrikanischen Homo sapiens.

Quelle: Morgenwelt, InScight



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