14.12.00
BÄUME NACH WUNSCH
Sydney - Nicht jeder Baumstamm eignet sich, um daraus eine Kommode zu zimmern. Doch schon bald könnten Möbelhersteller und Papierfabrikanten Holz nach ihren Wünschen anbauen lassen, glauben Wissenschaftler der australischen Forschungsanstalt CSIRO. Entscheidend für die spätere Verwendung des Holzes ist seine Dichte, die vom Wachstumsprozess des Baumes bestimmt wird. ãGenerell wachsen die Bäume in der NachtÒ, erklärt Geoff Downes. ãWenn die Sonne herauskommt, schrumpfen sie wieder.Ò Ob der Baumstamm am Ende des Tages tatsächlich größer geworden ist, hängt von der Jahreszeit und der Bewässerung ab. In einem Versuchsforst in Tasmanien untersuchten die Botaniker deshalb den Biorhythmus der Bäume mit Messgeräten, die Bewegungen der Rinde bis auf einen Hundertstel Millimeter registrierten. Ein Bewässerungssystem regulierte zugleich die Wasserzufuhr. Die so gewonnenen Daten über das Zusammenspiel von Wasserhaushalt, Wachstum und Holzbeschaffenheit sollen helfen, den Wachstumsprozess der Bäume zu steuern. ãAuf diese Weise lässt sich entweder Holz für edle Möbelfurniere oder für die Papierherstellung produzierenÒ, glaubt Downes.
Quelle: CSIRO
12.12.00
MASSENANSTURM AUS DER LUFT
Sydney - Australien wird von der größten Heuschreckenplage aller Zeiten heimgesucht. Zum ersten Mal in der bekannten Geschichte des Kontinents haben sich die geflügelten Quälgeister in diesem Sommer gleich auf beiden Seiten des Kontinents massenhaft vermehrt. "Wir müssen alles an Abwehrmitteln einsetzen, was uns zur Verfügung steht", sagt Graeme Hamilton, Chef der Australian Plague Locust Commission: "Sonst sind erhebliche Ernteschäden zu erwarten". Hilfe erhoffen sich die Australier nun von einem neu entwickelten Biopestizid namens "Green Guard", das den Wirkstoff Metarhizium enthält. Metarhizium ist ein natürlicher Pilz, der die Heuschrecken infizieren und töten kann. "Green Guard kann auch in ökologisch empfindlichen Gebieten angewandt werden, wo andere Insektenvernichtungsmittel nicht versprüht werden dürfen", schwärmt Hamilton: "Ein großer Fortschritt für uns und eine böse Überaschung für die Heuschrecken."
Quelle: ENN
30.11.00
SÄNGERKNABE BUCKELWAL
Sydney - Australische Forscher haben die Musik von Buckelwalen vor der Ostküste des Kontinents untersucht und dabei festgestellt, dass sich deren Gesang innerhalb von wenigen Jahren völlig verändern kann. Während nach Aussage der Forscher noch 1995 80 Wale das gleiche Lied zur Brautwerbung sangen, sorgte die Zuwanderung von nur zwei Walen aus dem indischen Ozean dafür, dass nach und nach immer mehr Buckelwale den Gesang der zugereisten Konkurrenz in ihr traditionelles Liedgut integrierten. Schliesslich gaben sich die Traditionalisten sogar ganz geschlagen. Nach drei Jahren hatte das neue Lied das alte völlig verdrängt.
Die Wal-Hits zum Mitsummen: der alte Song & der neue Song
Quelle: Nature
30.11.00
PARADIESISCHE GENE
Melbourne - Die australische Biotech-Firma Autogen hat sich die exklusiven Rechte gesichert, den Genbestand der Bevölkerung von Tonga zu erforschen. Das Unternehmen plant, die genetischen Merkmale der 108000 Bewohner des polynesischen Königsreichs in einer Datenbank zu erfassen, um die Entstehung seltener Erbkrankheiten besser studieren zu können. Tongas isolierte Lage, die rigiden Familienstrukturen und das Vorkommen bestimmter Erbkrankheiten auf der Insel böten Wissenschaftlern ideale Voraussetzungen, um "genetische Störungen herauszufiltern", sagte Autogen-Chef Joseph Gutnick. Jetzt will das Unternehmen eine Forschungsstation auf Tonga aufbauen. Alle Gen-Proben sollen nach Aussage von Autogen Eigentum der Regierung von Tonga bleiben. Zudem soll die Pazifikinsel an möglichen Gewinnen aus der Entwicklung von Medikamenten beteiligt werden.
Quelle: ABC
20.09.00
KRIECHTIER PER CONTAINER
Wellington - Neuseeland ist in Gefahr, seinen legendären Status als schlangenfreies Land zu verlieren. Nach Angaben der Royal Forest and Bird Protection Society of New Zealand ist vor kurzem eine zweite lebende Schlange in einem aus Australien stammenden Schiffscontainer gefunden worden. Die giftige Eastern small-eyed snake, heimisch an der australischen Ostküste, wurde zwar getötet. Schon im März jedoch war eine Eastern brown snake ebenfalls in einem Container aus Australien gefunden worden. "Container sind ein Alptraum für die Biosicherheit, weil sie ein geradezu ideales Vehikel für die Verschleppung von Arten sind", sagte Kevin Smith, Vorsitzender der Gesellschaft, die sich um den Schutz der Vögel in Neuseeland kümmert: "Eine Schlangeninvasion in Neuseeland scheint unvermeidlich", Schlangen werden als große Gefahr für die in Neuseeland heimische Vogelwelt angesehen. Insbesondere der flugunfähige Kiwi gilt Artenschützer als bedroht, falls den Kriechtieren der Sprung nach Neuseeland gelingt.
Quelle: Planet Ark
12.09.00
STACHELIGER SCHLÄFER
Adelaide - Forschung am australischen Schnabeligel soll Menschen eines Tages in die Lage versetzen, in eine Art Winterstarre zu treten. Das zumindest hoffen australische Forscher, die den Winterschlaf des eierlegenden Ausnahmetieres erforschen. "Schnabeligel sind in der Lage, ihre Körpertemperatur während des Winterschlafs bis auf Umgebungstemperatur zu senken", sagte Peggy Rismiller, Zoologin von der University of Adelaide: "Wenn wir auf ähnlichem Weg auch den Energiehaushalt des Menschen herabsetzen könnten, hätte das erhebliche medizinische Implikationen." So könnten etwa Operationen einfacher durchgeführt werden, glaubt Rismiller. Auch Reisen zu fernen Planeten wären zukünftig gleichsam im "Tiefschlaf" möglich. Überspannte Hoffnungen der Fans des Dauerschlafs weiss Rismiller jedoch zu dämpfen: "Welche hormonellen und genetischen Grundlagen der Winterschlaf des Schnabeligels hat, können wir noch nicht abschließend sagen."
Quelle: BBC
14.08.00
NERVEN NEU GEMACHT
Melbourne - Australische Forscher haben weltweit erstmals aus geklonten, embryonalen Stammzellen von Mäusen Nerven- und Muskelzellen dieser Tiere gewonnen. Dies könnte nach Ansicht der Forscher in einigen Jahren zur Therapie von Alzheimer, Parkinson, Diabetes und anderen Krankheiten beitragen. Peter Mountford vom Biotech-Unternehmen Stem Cell Sciences und Megan Munsie von der Monash University (Clayton) haben Erbmaterial aus den Körperzellen von Mäusen entnommen und damit Gewebezellen gezüchtet, die wiederum in die Mäuse eingepflanzt wurden. Das Verfahren könnte zu Geweben führen, die vom Patienten nicht abgestoßen werden, weil sie dasselbe Erbgut besitzen (therapeutisches Klonen).
Die Forscher setzten das Erbmaterial zunächst in eine entkernte Eizelle ein. Diese ließen sie einige Tage bis zum Embryostadium der Blastozyste heranreifen, entnahmen daraus die embryonalen Stammzellen und kultivierten sie. Im Labor der Wissenschaftler wuchsen die Zellen zu Nerven- und Muskelzellen heran. Spritzten die Forscher die Stammzellen in Mäuseembryonen, so trugen diese zum Aufbau von Hirn, Leber, Lunge, Niere und anderen Organen bei. Auch in bereits ausgewachsenen Mäusen bildeten die Stammzellen verschiedene Gewebetypen. Die Forscher hoffen, mit dem Verfahren beispielsweise abgestorbene Gehirnzellen etwa bei Alzheimer- oder Schlaganfall-Patienten ersetzen zu können. «Es gibt keinen Grund, warum das, was uns bei Mäusen gelungen ist, nicht auch beim Menschen gelingen sollte», sagte Mountford.
25.07.00
TREIBHAUS-FÜRZE
Wissenschaftler der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) haben erstmals die Methan-Ausscheidungen des einheimischen Viehbestands unter die Lupe genommen und kartographisch dargestellt. Das im Viehdarm bei der Verdauung entstehende Gas trägt neben den Emissionen aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen zum weltweiten Treibhauseffekt bei. Auch aus Müllhalden und natürlichen Methanquellen wie Feuchtgebieten und Termiten steigen Treibhausgase.
Eine durchschnittliche australische Kuh entläßt täglich etwa 280 Liter Methangas. Schafe produzieren rund 25 Liter pro Tag. Insgesamt summieren sich die Methanausscheidungen von australischen Schafen und Rindern auf rund drei Millionen Tonnen pro Jahr.
Den Berechnungen legten die Forscher umfangreiche Viehstatistiken für über 1.300 Gebiete zugrunde und berücksichtigten den Wandel der Methan-Emissionen je nach Ort und Jahreszeit. Die kalkulierten Werte sollen jetzt mit tatsächlich gemessenen Daten abgeglichen werden. Australien hatte sich im Rahmen der UN-Klimakonvention verpflichtet, Treibhausgas-Emissionen zu erfassen.
Quelle: CSIRO, Bild der Wissenschaft
22.06.00
TIEFSEE-ZOO
Sydney. Australische Meeresforscher haben Hunderte neuer Tierarten auf Unterwasser-Bergen im Suedwest-Pazifik entdeckt. Wie die Wissenschaftler jetzt berichten, sind viele dieser Tierarten endemisch, kommen also nur auf einzelnen Bergen vor. Dies und die extreme Anfaelligkeit der Tiefsee-Fauna fuer Stoerungen mache sie besonders schuetzenswert.
Die Tiere wurden von Unterwasser-Gebirgen im Suedwest-Pazifik gesammelt. Auf nur 25 dieser erloschenen Tiefsee-Vulkane fanden die Forscher fast 900 Tierarten, von denen ein Drittel bisher unbekannt war. Manche der Arten kannte man bisher nur von Fossilien und hatte daher angenommen, dass sie laengst ausgestorben waren.
Bei den Tieren handelt es sich ueberwiegend um Korallen und Schwaemme, die an das Leben in der Tiefe besonders angepasst sind. Angesichts der zunehmenden Tiefsee-Fischerei fordern die Forscher deshalb die Einrichtung von Schutzzonen. Man schaetzt, dass es in den Weltmeeren circa 30.000 derartige Berge gibt.
Forschung: Bertrand Richer de Forges, J. Anthony Koslow, G. C. B. Poore in "Nature" Vol. 405, No. 6789, pp 944 - 947
Quelle: CSIRO, Morgenwelt
16.05.00
NASSES GOLD
Sydney. Ein Australisches Bergbauunternehmen hat ein riesiges Wasserreservoir unter der australischen Wüste entdeckt. Das Vorkommen soll nach ersten Schätzungen ein Volumen von 200 Billiarden Kubikmetern betragen. Damit wäre theoretisch die Wasserversorgung der Stadt Perth für die nächsten 4000 Jahre gesichert.
Die Anaconda Nickel Ltd teilte mit, das Wasserlager befinde sich in einer Sandstein-Formation, dem Officer Basin mit einer Gesamtausdehnung von rund 200.000 Quadratkilometern.
Der Firma zufolge befindet sich das leicht salzige, aber zumindest wirtschaftlich nutzbare Wasser in einer Tiefe zwischen 50 Metern und zwei Kilometern unter dem Wüstenboden. Es sei jedoch relativ leicht auch als Trinkwasser aufzubereiten. Für Industrie und Landwirtschaft sei der Fund auf jeden Fall sehr bedeutsam.
Eine Sprecherin des westaustralischen Wasser-Ministeriums sagte, das Reservoir entspreche in seinen Ausmaßen dem Wasserlager unter Perth. Wenn weitere Untersuchungen die Qualität des Wassers und seine Förderbarkeit bestätigten, sei dies eine sehr interessante Entdeckung.
Westaustralien mit seinen Wüstenzonen ist der wasserärmste Bundesstaat Australiens. Nach Angaben der Firma wurde das Wasserreservoir entdeckt, als Experten nordöstlich des Werksstandortes Kalgoorlie nach Wasser für die Nickelproduktion bohrten.
Quelle: Spiegel-Online
- - - - - - - - - - - - - - - -
AUSMAG | LESESTOFF | BOOKMARKS | CONTACT
Copyright 2004 Philip Bethge
FAX +49 40 3007 2241 | EMAIL webmaster@australien-news.de