AusMag - Australien Informations Magazin


11.11.98

HIV-IMPSTOFF IN SICHT

Canberra. Australische Forscher haben einen neuen Impfstoff gegen den Aids-Erreger entwickelt. Das Medikament, ein Kombinationspräparat aus zwei verschiedenen Impstoffen, konnte jetzt bei Versuchen mit Affen den HIV-Virus stoppen. Wissenschaftler aus Canberra und Melbourne um den Virologen Stephen Kent hatten vier Affen mit dem neuen Stoff geimpft und dann mit HIV infiziert. „Die Tiere wurden zunächst angesteckt, doch nach ein paar Wochen verschwand der Virus", so Kent. Die Ergebnisse seien vielversprechend.

Die Forscher kombinierten einen genetisch hergestellten DNA-Impstoff mit einem Pocken-Impstoff und bauten Teile des HIV-Virus in die Mixtur ein. Die durch das Präparat in den Affen ausgelöste starke Immunreaktion tötete die anschließend injizierten Aids-Erreger ab. „Der Impfstoff löst einen Kampf zwischen Immunsystem und Virus aus, den schließlich das Immunsystem gewinnt", so Kent. „ Der Virus verschwindet und die Tiere bleiben HIV negativ." Versuche mit Menschen sollen folgen.

© 1998 Philip Bethge

Links: ANU Newsflash



26.10.98

IMPFSTOFF GEGEN BRUSTKREBS

Melbourne. Ein Impfstoff gegen Brustkrebs, der derzeit von australischen Wissenschaftlern entwickelt wird, könnte bereits in fünf Jahren erhältlich sein. Forscher des Melbourner Austin Research Institute haben jetzt mitgeteilt, daß entsprechende klinische Versuche zur Verträglichkeit des neuen Medikaments derzeit "ermutigend" verliefen. Der Impstoff mit Namen MF-P habe bereits Immunreaktionen bei einigen Patienten ausgelößt, so die Melbourner Forscherin Vasso Apostolopoulos. Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden. MF-P enthät den synthetisch hergestellten Eiweißstoff Mucin, der auf Krebszellen lebt, sowie das Zuckermolekül Mannan, das Killerzellen im Körper stimuliert, die in der Folge die Krebszellen angreifen. In Versuchen mit Mäusen hatte das Kombinationspräparat Tumore bereits schrumpfen lassen. Weitere klinische Vorversuche sollen nun zeigen, ob das Präparat auch bei Menschen den Krebs tatsächlich stoppen kann.

© 1998 Philip Bethge

Links: nineMSN, The Australian



15.10.98

BILLIGES HÜPFEN

Adelaide. Känguruhs und ihre kleineren Verwandten, die Wallabies, können ihr Hüpftempo erhöhen, ohne nennenswert mehr Energie zu verbrauchen. Wie Forscher der University of Adelaide in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature berichten, fungieren elastische Sehnen in den Hinterbeinen der Tiere gleichsam als Energiespeicher. Beim Aufprall der Tiere auf den Boden werden die Sehnen Springgummis gleich auseinandergezogen. Die so gespeicherte Energie wird für den nächsten Hopser genutzt. Auch der Transport der Jungen etwa im Beutel weiblicher Tammar Wallabies verursache für die Tiere keine Extrakosten, so die Forscher.

© 1998 Philip Bethge

Links: Nature



22.9.98

LESEN AUS DEM DUNG

Sydney. Um die Zukunft eines der seltensten Vögel Australiens, des flugunfähigen Cassowary, zu sichern, haben sich Wissenschaftler der CSIRO jetzt den Dung der Vögel vorgenommen. DNA-Proben aus den Ausscheidungen der Tiere sollen es erstmals ermöglichen, die genaue Zahl der Cassowaries zu bestimmen und die Verwandschaftsverhältnisse zwischen den Tieren zu ermitteln. "Der Dung riecht und sieht aus wie warmer Fruchtsalat", so CSIRO-Experte David Westcott: "Mit dem Dung der Tiere werden Fruchtsamen über große Distanzen verbreitet." Über Brutverhalten und Wanderbewegungen der Cassowaries wisse man jedoch noch sehr wenig. Mit geschätzten 1000 bis 4000 Tieren gilt der Cassowary als eine der gefährdetsten Vogelarten der Welt.

© 1998 Philip Bethge

Links: ENN-News



8.9.98

WELTRAUMBAHNHOF IN DER WÜSTE

Woomera. Die US-Firma Kistler Aerospace hat in Südaustralien mit dem Bau des weltweit größten kommerziellen Weltraumbahnhofs begonnen. Die auf 73 Millionen Australdollar bezifferte Raketenabschußrampe soll ab 1999 jährlich rund 100 Raketen in den Orbit befördern. Unter ihnen wird die weltweit erste vollständig wiederverwertbare Rakete Kistler K1 sein, ein Weltraumgeschoß, das nach Gebrauch in zwei Teilen zurück zur Erde schwebt und bereits nach neun Tagen wieder einsatzfähig sein soll. Kistler Aerospace erwartet, daß allein in den kommenden zehn Jahren weltweit rund 1700 neue Nachrichtensatelliten ins All befördert werden müssen. Der Abschuß eines Satelliten soll auf dem neuen Weltraumbahnhof mit rund 17 Millionen Australdollar bis zu 50 Millionen Dollar weniger kosten als bisher.

© 1998 Philip Bethge

Links: Kistler Aerospace



18.8.98

"SCHLAUES BROT"

Melbourne. Ärzte des Mercy Hospital For Women in Melbourne haben ein Brot vorgestellt, das mit den Nährstoffen DHA und EPA angereichert ist. Beide Nährstoffe hätten unter anderem positive Auswirkungen auf die Beweglichkeit von Spermien, sagte Barbare Levine, Direktorin des DHA Infromation Service in New York, bei der Vorstellung des "schlauen Brotes". DHA helfe zudem bei Herzproblemen, Nachtblindheit, Arthritis, Asthma und Diabetes. Auch für die Entwicklung von Gehirn und Augen seien DHA und EPA wichtig, so Levine. "Wir wissen schon seit den 30er Jahren um die Eigenschaften von DHA", sagte die Expertin. Doch erst seit kurzem sei es möglich, den Stoff als Nahrungsmittelzusatz herzustellen.

© 1998 Philip Bethge

Links: MSN News



26.6.98

WOLLERNTE PER SPRITZE

Sydney. Australische Wissenschaftler haben eine neuartige Methode der Wollschur entwickelt. Das "Bioclip" genannte Verfahren, von Forschern der australischen Forschungorganisation CSIRO jetzt zur Marktreife gebracht, basiert auf einem naturidentischen Protein, das den Schafen injiziert wird und die Wollfasern knapp unter der Hautoberfläche der Tiere brechen läßt. Nach einer Woche kann das Wollkleid, vorher noch durch ein Netz am Körper der Tiere gehalten, dann einfach als Ganzes abgenommen werden. Nicht nur die Wollqualität soll so nach Aussagen der CSIRO besser sein als bei herkömmlicher Schur. Auch komme die neue Methode den Schafen zu Gute. Der Einsatz von Chemikalien gegen Parasiten könne reduziert werden, die Prozedur des Scherens entfalle. "Ein revolutionäres Produkt und ein großer Erfolg für die australische Wissenschaft", sagte CSIRO-Manager Malcolm McIntosh.

© 1998 Philip Bethge

Links: CSIRO Media Release , Spiegel Artikel zum Thema



26.6.98

PILZTOD FÜR AMPHIBIEN

Wissenschaftler in Australien und den USA haben unabhängig voneinander einen bislang unbekannten Pilz entdeckt, der für das weltweite Amphibiensterben verantwortlich sein könnte. Nach einem Bericht des Wissenschaftsmagazins New Scientist sind bereits 10 Amphibienarten in Australien, sieben Arten in Panama und einige weitere Amphibien in den USA durch den Pilz dezimiert worden. Offenbar werden Unterseite und Beine der Tiere durch den Schmarotzer befallen. In der Folge sterben die Amphibien wahrscheinlich an Sauerstoff- und Wassermangel. "Frösche trinken und atmen durch die Haut", so Lee Berger von der australischen Forschungsorganisation CSIRO: "Der Pilz befällt die äußeren Hautschichten und setzt diese Mechanismen möglicherweise außer Kraft." Warum der gleiche Pilz Tiere in Australien, den USA und Panama befällt, ist bislang ungeklärt.

© 1998 Philip Bethge

Links: New Scientist , ENN-News - Researchers discover frog-killing fungus



19.6.98

OLYMPIA 2000 BLEIBT GIFTIG

Sydney. Greenpeace Australien hat der Regierung von New South Wales Untätigkeit bei der vor einem Jahr angekündigten Säuberung des Geländes fur die Olympiade 2000 vorgeworfen. Die stark mit Dioxinen und Schwermetallen verseuchten Bucht Homebush Bay in unmittelbarer Nähe des Olympiageländes sei heute noch genauso dreckig wie vor einem Jahr, so Greenpeace-Campaigner Michael Bland. "Wenn nicht sofort etwas geschieht, kann Homebush Bay nicht mehr vor den Spielen gesäubert werden." Das Olympiagelände in Sydney, auf dem gegenwärtig für rund 3.5 Milliarden Dollar olympische Bauten entstehen, ist stark mit Schwermetallen und Dioxinen belastet. In der angrenzenden Bucht hatte Greenpeace im letzten Jahr Dioxinkonzentrationen gemessen, die denen des italienischen Seveso-Unglücks von 1976 kaum nachstehen.

© 1998 Philip Bethge

Links: Greenpeace - Dioxin in Homebush Bay Olympic Site , Spiegel Artikel zum Thema



18.6.98

STARTSCHUSS FÜR JABILUKA - 18 DEMONSTRANTEN FESTGENOMMEN

NT/Kakadu Nationalpark. Mit dem Einsatz des ersten Baggers hat das australische Minenunternehmen Energy Resources of Australia Ltd. am Montag den Bau der umstrittenen Jabiluka Uran-Mine im Kakadu Nationalpark begonnen. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz von 6.2 Milliarden Mark in der auf 28 Jahre angelegten Betriebszeit der Mine und verspricht den in Jabiluka ansässigen Aborigines einen Gewinn von rund 210 Millionen Dollar. "Wir werden in Jabiluka die weltbeste Technologie einsetzen und sicherstellen, daß keine nachteiligen Effekte auf den Kakadu Nationalpark oder die heiligen Stätten der Aborigines entstehen", sagte ERA-Manager Phillip Shirvington. Inzwischen gehen die Proteste gegen die Mine weiter. Achtzehn Demonstranten wurden am Dienstag bei dem Versuch festgenommen, den Eingang zum Minengelände zu blockieren. Die Kritiker der geplanten Uran-Mine befürchten die radioaktive Verseuchung von Teilen des bei der UN als Weltkulturerbe eingetragenen Kakadu-Nationalparks und die Zerstörung der kulturellen Stätten der Ureinwohner.

© 1998 Philip Bethge

Links: Nine MSN News , Australian Conservation Foundation Zusammenfassung Jabiluka



10.6.98

ATOMMÜLL IN DIE WÜSTE

Canberra. Die australische Regierung hat achtzehn Gebiete im australischen Bundesstaat South Australia als mögliche Lagerstätten für den nationalen Atommüll ausgewiesen. Die Gebiete, in wüstenähnlichem Gelände zwischen Coober Pedy und Lake Eyre im Norden und Port Augusta im Süden des Staates gelegen, sollen nun auf ihre Tauglichkeit als Atommüllendlager getestet werden. Ende des Jahres will die Regierung dann nach Verhandlungen mit Farmern und Aborigines über den besten Standort für das rund zwei Quadratkilometer große Lager entscheiden.

© 1998 Philip Bethge

Links: Australian Nuclear Science and Technology Organisation , NOVA - Uranabbau in Australien



10.6.98

SCHUTZ FÜR BERGE UNTER WASSER

Die australische Forschungsorganisation CSIRO hat ein Schutzprogramm für unterseeische Berge vor der Südküste Tasmaniens gefordert. Die Empfehlung, ausgesprochen nach einem dreijärigen Forschungsprojekt, könnte zur Einrichtung des ersten unterseeischen Naturschutzgebietes Australiens führen. Nach Angaben der Forscher fanden sich auf den gut 500 bis 1500 Meter unter dem Meerespiegel liegenden Bergen viele bislang unbekannte Lebensformen, die derzeit durch intensive Trawler-Fischerei bedroht seien. "Wir haben Tiefseekorallenriffe gefunden mit bis zu 100 Jahre alten Korallen", so Tony Koslow von der CSIRO. Bei einer einzigen Forschungsfahrt seien 259 Arten von wirbellosen Tieren wie Korallen, Seesterne oder Krabben und 37 Arten von Fischen gefunden worden, so der Forscher. Gut ein Drittel der wirbellosen Tiere seien der Forschung bislang unbekannt. Die rund 70 unterseeische Berge südlich Tasmaniens, Reste längst erloschener Vulkane, erheben sich bis zu 500 Meter über den Meeresgrund und liegen bislang in einem Gebiet intensiver Fischerei.

© 1998 Philip Bethge

Links: ENN News , CSIRO Media Release



5.6.98

JABILUKA WEITER UMSTRITTEN

Brisbane. Die Proteste gegen die geplante Uran-Mine Jabiluka im australischen Kakadu Nationalpark haben am Freitag mit der Entfaltung eines 72 Quadratmeter großen Transparentes in Brisbane einen neuen Höhepunkt erreicht. Professionelle Bergsteiger befestigten das mit der Aufschrift "No uranium mining - No Jabiluka mine" versehene Transparent an einem Kliff in der Nähe der Queensland-Metropole. Mit der Protestaktion reagieren die Gegner der geplanten Mine auf die Ankündigung der Regierung des Northern Territory vom Dienstag, den Bau endgütig zu genehmigen. Das Minenunternehmen Energy Resources of Australia Ltd. plant seit mehreren Jahren, die Uranvorkommen im rund 250 km westlich von Darwin gelegenen Jabiluka zu erschließen. Der Ort gilt Aborigines als heilige Stätte und liegt inmitten des weltbekannten Kakadu Nationalparks.

© 1998 Philip Bethge

Links: Nine MSN News , Australian Conservation Foundation Media Release , ACF Zusammenfassung Jabiluka



4.6.98

MICROALGEN ALS PHARMAFABRIKEN

Einzellige Algen aus den Gewässern rund um Australien könnten nach Angaben der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Reseach Organisation (CSIRO) schon bald Wirkstoffe für ganz neue Arzneimittel, Anti-Krebsmittel oder Antibiotika liefern. Australische Mikroalgen seien genetisch und biochemisch anders gebaut als die Algen anderer Ozeane, so Susan Blackburn von der CSIRO Abteilung für lebende Microalgen. "Unsere Algen enthalten einzigartige Stoffe, die das Potential haben, den zuküftigen Bedarf an Arzneimitteln zu decken", so die Forscherin. In einem zweijährigen Projekt wollen die Forscher jetzt die Wirksamkeit der neu entdeckten Pflanzenstoffe untersuchen.

© 1998 Philip Bethge

Links: CSIRO Media Release , Nine MSN News



28.5.98

JINMIUM KAUM 1000 JAHRE ALT

Jinmium/NT. Australische Wissenschaftler haben das Alter des archäologischen Fundortes Jinmium im Northern Territory in einer neuen Untersuchung auf weniger als 1000 Jahre geschätzt. Der mit Felszeichnungen von Aborigines versehene Ort kam 1996 in die Schlagzeilen, als Wissenschaftler des Australian Museum in Sydney sein Alter auf rund 120000 Jahre schätzten und damit die Besiedlung Australiens durch Menschen im Vergleich zu bisherigen Annahmen um gut 60000 Jahre vorverlegten. "Unsere jetzige Untersuchung zeigt, daß der ganze Aufruhr um Jinmium unnötig war", so Richard Roberts, Archäologe an der La Trobe Universität in Melbourne: "Der moderne Mensch war nicht in Australien noch bevor er Afrika auch nur verlassen konnte."

© 1998 Philip Bethge

Links: CSIRO Media Release

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